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Actrices ... oder der Traum aus der Nacht davor

Eine Frau um die 40

Kinostart: 17.4.2008 | Stefanie Zobl | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Kurz vor ihrem vierzigsten Geburtstag bekommt die erfolgreiche Theaterschauspielerin Marcelline gehöriges Muffensausen: Mr. Right hat sie trotz intensiver Suche noch nicht gefunden. Dafür muss sie sich von ihrer vitalen und selbstbewussten Mutter, die mit ihrem jugendlichen Englisch-Lehrer ein sehr erfülltes Sexleben hat, ständig gängeln lassen. Auch das Ticken der biologischen Uhr dröhnt in Marcellines Kopf – sie sehnt sich nach nichts mehr als nach einem Kind. In der Kirche bietet sie der Mutter Gottes sogar den Verzicht auf Ruhm und Ehre im Tausch gegen Mann und Kind an. Da eröffnet ihr die Gynäkologin, dass der Zug für sie bald abgefahren sein wird.

Ihr Gegenstück findet Marcelline in ihrer Freundin Nathalie. Diese hat gerade von ihrem zweiten Kind entbunden. Aber auch sie wird von einer scheinbar unstillbaren Sehnsucht nach etwas ganz anderem, was sie nicht hat, getrieben. Die unerfüllten Wünsche der beiden Frauen entwickeln sich immer mehr zu Obsessionen, bei Marcelline nehmen sie mit der Zeit wahnhafte Züge an: Aus dem Totenreich erscheinen ihr der Vater und ein verstorbener Ex, doch können sie ihr bei der Lösung ihrer Probleme leider auch nicht helfen. Immer mehr vermischen sich bei der von einer schweren Sinnkrise geplagten Marcelline privates Ich und Bühnenrolle, Leben und Theater. Irgendwann nimmt ihre aktuelle Rolle, die Natalia Petrowna aus Iwan S. Turgenjews "Ein Monat auf dem Lande", ihre eigene Gestalt an, um Marcelline die totale Verfehlung ihres Charakters bei der Darstellung vorzuwerfen.

Die italienisch-französische Schauspielerin Valeria Bruni Tedeschi (jawoll, die Schwester der französischen First Lady Carla Bruni) hat sich in dieser autobiografisch gefärbten Tragikomödie über die großen Themen des Lebens – Liebe, Tod, Mutterschaft, Einsamkeit – als Regisseurin selbst inszeniert. Außer in die neurotische Seele einer äußerst verletzlichen Frau gibt sie satirische und ziemlich amüsante Einblicke in die nicht sehr schillernden Macken und Marotten der Theater-Leute während der Proben. Ihr Film ist ein bisschen wie die komisch-überdrehte Variante von John Cassavetes Geniestreich "Opening Night". Denn auch Marcelline steigert sich als unzufriedene und sich verloren fühlende Hauptfigur immer mehr in Selbstzweifel hinein. Leider nur ist der Film von Valeria Bruni Tedeschi trotz aller sympathischen Selbstironie ähnlich konfus wie seine Protagonistin. Es fehlt einfach der große dramaturgische Bogen, der die Geschichte mit ihren vielen Meta-Ebenen zusammenhält.
Stefanie Zobl

(Le rêve de la nuit d'avant) Frankreich 2007, Regie: Valeria Bruni Tedeschi, Buch: Valeria Bruni Tedeschi, Noémie Lvovsky, Agnès de Sacy, mit Valeria Bruni Tedeschi, Louis Garrel, Noémie Lvovsky, Valeria Golino, Mathieu Amalric, Maurice Garrel, Marisa Borini, Kinostart: 17. April 2008 bei Piffl

Foto: Verleih


www.actrices-der-film.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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