Princess

Der Krieg des Missionars

Kinostart: 27.3.2008 | Nana A.T. Rebhan | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Der Missionar August kehrt aus der Ferne nach Dänemark zurück, weil seine Schwester Christina an Drogenmissbrauch gestorben ist. Christina war die "Prinzessin", die Porno-Queen. August will deren fünfjährige Tochter Mia zu sich nehmen, sie dem Porno-Umfeld entreißen. Als er erkennt, dass Mia missbraucht wurde, beginnt er einen blutigen Rachefeldzug gegen die Pornoindustrie.

"Princess" ist ein origineller Film. Mit einem lauten Knall eröffnet dieser ganz und gar ungewöhnliche Animationsfilm. In der Anfangssequenz werden reale Bilder mit Animation vermischt, der kometenhafte Aufstieg der "Prinzessin" in der Pornoindustrie wird beschrieben. Dann wechselt der Film fast völlig zur Animation. Ab und an, etwa wenn ein Tape in einen VHS-Rekorder geschoben wird oder wenn August sich an etwas erinnert, erscheinen reale Sequenzen. Die Animationen der Figuren sind inspiriert von japanischen Mangas, was vor allem der Niedlichkeit der kleinen Mia zugute kommt. Die Szenerien selbst zeigen modisches skandinavisches Design. Gegenstände werden auf ihre Silhouette reduziert und mit saftigen Farben gefüllt.

Die Geschichte ist seltsam. Ein Missionar zieht in einen erbarmungslosen Feldzug gegen die Pornoindustrie. Die kleine Mia hat er dabei nicht nur stets an der Hand. Diese entwickelt nach und nach selbst starke Gelüste, ihren ehemaligen Peinigern Schmerzen zu verabreichen. Normal verhält sich Mia nicht, so viel ist klar. Einmal spielt sie etwa mit anderen Kindern Vater, Mutter, Kind. Da bereits alle Rollen besetzt sind, schlägt sie vor, den Part der Hure zu übernehmen ... Glaubwürdig ist die Handlung des Films nicht immer. Da entwickelt sich etwa der anfangs schwächlich wirkende August in kürzester Zeit zum Top-Kämpfer. Aber egal – einem Film wie diesem verzeiht man gerne mal.

Mit Mikael Wulff publiziert Morgenthaler täglich einen Comic Strip in der dänischen Tageszeitung Politiken, der bereits eine große Fangemeinde besitzt. Hoffentlich gelingt es dem jungen Regisseur, sich die zornige Wut zu bewahren, die seinen Erstlingsfilm so fulminant vorantreibt, beherrscht und auszeichnet.
Nana A.T. Rebhan

Princess, Dänemark 2006, Regie: Anders Morgenthaler, Buch: Mette Heeno, Anders Morgenthaler, mit Thure Lindhardt, Stine Fischer Christensen, Christian Tafdrup, Tommy Kenter, Søren Lenander, Margrethe Koytu, Jens Arentzen, Rasmus Bjerg, Rikke Hallund, ab 16, Kinostart: 27. März 2008 bei Universum

Foto: Verleih



www.universumfilm.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
Mehr Artikel zum Film
www.wulffmorgenthaler.com
Website von Anders Morgenthaler und Mikael Wulff




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