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Weil Sklavenhändler seine Freundin Evolet entführt haben, schart der junge D'leh einen Haufen tapferer Krieger um sich und verfolgt ihre Fährte bis zum Machtzentrum des bösen Volkes, einer Pyramidensiedlung im Aufbau. Wird er Evolet aus den Klauen der Tyrannen befreien können?
Im Kino des gebürtigen Stuttgarter Roland Emmerich ("The Day After Tomorrow") geht es regelmäßig großgestisch, bunt und angeberisch zu – leider auch oft ohne Haltung oder Spuren von Charakter. So ist das Erste, was an "10.000 BC" auffällt, die offenbar große Verehrung des Regisseurs für "Der Herr der Ringe". Nur so sind die nicht enden wollenden Panoramen von schneebedeckten Bergketten zu erklären. Was das soll, weiß man nicht, aber eins ist klar: Man hat ordentlich Rabatt auf die Hubschrauber-Miete bekommen.
Das größere Hindernis auf dem Weg zum originellen Film liegt jedoch woanders: Mit der Wahl eines prähistorischen Settings reduziert Emmerich menschliches Verhalten auf wenige kulturelle Ausformungen, vorrangig kriegerisches Rumgehampel im Lendenschurz und alberne Rituale. So vergehen endlose Minuten mit pathetischen Einzeilern ("Der Eine wird kommen!") und dem Kampf gegen computergenerierte Mammuts, Säbelzahntiger und rabiate Vögel.
Formal stellt sich "10.000 BC"
jedoch genau gegen diese Einfachheit: Anstatt auf Naturalismus zu
setzen, wie es beispielsweise Mel Gibson in seinem zumindest dichten
und eindringlichen "Apocalypto" getan hat, erzählt Emmerich
seine Geschichte aus einer merkwürdigen Distanz heraus. Sicher
sind dafür auch die haufenweise eingesetzten Computereffekte
verantwortlich. In diesem recht kühlen und seelenlos wirkenden
Ambiente kämpfen die Darsteller/innen dann leider auf verlorenem
Posten um Präsenz und Eindringlichkeit. Einzig Affif Ben Badras
markantes Profil geht in der konfusen Vorzeit-Show nicht perdu. Wären da nicht die teilweise
schönen Kostüme des Sklavenhändlervolks, man hätte
Schwierigkeiten, "10.000 BC" von einem Uwe-Boll-Produkt zu
unterscheiden.
Ernst Kramer
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