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John Rambo

Die Rückkehr der Kampfmaschine

Kinostart: 14.2.2008 | Ernst Kramer | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Die Story kennt man schon so ähnlich aus "Rambo II" (1985) und "Rambo III" (1988): Der Held verlebt einsame Tage in einem abgelegenen Kuhdorf nahe eines internationalen Krisenherds. Schließlich geraten dort irgendwo ein paar Menschen in Gefahr. Ein älterer Typ quatscht Rambo dann so lange voll, bis dieser ein wenig von seiner zivilisationspessimistischen Attitüde vergessen kann und im anschließenden Handstreich diverse Wunder an Waffen-, Muskel- und Willenskraft vollbringt. Die Gefangenen sind am Ende selbstverständlich wieder frei.

Neu sind im ersten von Stallone selbst inszenierten "Rambo" eine durchaus inspiriert zu nennende Fotographie und eine naturalistischere Darstellung der Gewalt: Hier wird sich so dermaßen brutal durch den Dschungel geschlitzt und geschossen, dass italienische Kannibalen-Filme dagegen wie gemütliche Kaffeekränzchen erscheinen.

Stallone bleibt eben Stallone: Ironie oder Distanz, wie sie bei der Fortsetzung einer zwanzig Jahre alten Filmserie zumindest denkbar wäre, ist nicht sein Ding. Der Mann war schon immer auf seine Art und Weise "echt". Da gibt es kein Augenzwinkern wie bei Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger. So handelt Rambo unter der Regie von Stallone immer noch als Mischung aus Albert Schweitzer und Friedrich Nitzsche: Die Welt retten, die Schwachen beschützen – aber bitte immer mit einem nihilistischen Spruch auf den Lippen. Trotz der gewohnt melancholischen Darbietung Stallones wirkt dieser Attitüde-Mix genauso unausgegoren wie früher.

Gegen Ende findet "Rambo IV" dann aber zwei bemerkenswert starke Bilder: Nach dem finalen Gemetzel blickt die Gerettete Julie Benz aus einiger Entfernung den kampfgezeichneten, müde wirkenden Helden an und bricht in Tränen aus: Die Figur John Rambo wird in diesem Augenblick zum traurigen Symbol für den Fluch der Menschheit, sich gegenseitig immer und immer wieder umbringen zu müssen. In der nächsten Sequenz sieht man John Rambo, wie er das erste Mal seit seinem Kriegsdienst in Vietnam nach Hause kommt. Am Briefkasten hält er kurz inne, geht dann aber weiter, den Weg zur Farm seines Vaters hinab: John Rambo und die USA sind wieder eins. Ob Faktum, Forderung oder Warnung – hier ist Stallone auf jeden Fall ein provokantes Abschlussbild gelungen.
Ernst Kramer

(Rambo) USA 2008, Regie: Sylvester Stallone, Buch: Art Monterastelli, Sylvester Stallone, mit Sylvester Stallone, Julie Benz, Paul Schulze, Matthew Marsden, Graham McTavish, Ken Howard, Rey Gallegos, Tim Kang, Jake La Botz, James Brolin, Kim Dickens, Bruno Campos, ab 18, Kinostart: 14. Februar 2008 bei Warner Bros.

Foto: Verleih


http://movies.break.com/rambo
Website zum Film (englisch)
www.JohnRambo-derFilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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