"Im Weltall hört dich niemand schreien", wurde der Film "Alien" schon 1979 angekündigt. Die alptraumhafte Geschichte von der Besatzung eines Fabrik-Raumschiffs, deren Mitglieder fast ausnahmslos von einem Monster getötet werden, gilt als Mutter der Sci-Fi-Schocker. Rechtzeitig zu Halloween kommt nun der Film als Director's Cut wieder in die Kinos. Regisseur Ridley Scott hat sich noch einmal an den Schneidetisch gesetzt (so jedenfalls die Marketing-Legende), um uns seine ganz persönliche Version von "Alien" zu präsentieren.
118 Minuten lang ist dieser Director's Cut, und er hat nichts von dem düsteren Schrecken verloren, den "Alien" schon vor gut 25 Jahren verbreitete. Was aber ist neu? Der Anfang ist elegischer erzählt - aus heutiger Sicht in einem unglaublich langsamen Tempo. Sobald man sich allerdings an die langen Einstellungen und opulenten Bilder gewöhnt hat, geht es richtig los. Die Geschichte funktioniert sogar, wenn man in- und auswendig weiß, wann das Monster zuschlägt. Eine weitere Neuerung dürfte vor allem die Fangemeinde der "Alien"-Filme beglücken: die berühmte Kokon-Szene mit zwei eingesponnenen Crew-Mitgliedern, die offenbar als Lebendfutter aufbewahrt werden sollen. Diese Szene fehlt im Original und kurbelt die endlose Diskussion, wie genau die Alien-Fortpflanzung funktioniert, neu an. Einen Dauerläufer in den "Alien"-Chatforen lässt dagegen auch der Director's Cut unangeheizt: die mögliche Vergewaltigung von Lambert, des weiblichen Opfers. Ihr Tod bleibt ungezeigt und damit offen für Spekulationen. Was letztlich viel wirkungsvoller sein dürfte als explizite Darstellungen, für die man sich schon die DVD kaufen muss. Dennoch: Die unterschwelligen sexuellen Elemente der Geschichte rücken in der neuen Version stärker in den Vordergrund.
Überhaupt wirkt der Film hintergründiger und rätselhafter, dabei aber auch in sich stimmiger. Was auch an den veränderten Sichtweisen des Zuschauers liegen mag. "Alien" ist eben ein filmisches Meisterwerk des 20. Jahrhunderts - und liefert damit definitiv einen Grund, sich auf Halloween zu freuen.
Martin Maaß
(Alien - Director's Cut), Großbritannien 1979/ 2003, Regie: Ridley Scott, Buch: Dan O'Bannon, Ronald Shusett, mit Sigourney Weaver, Tom Skerritt, Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton, John Hurt, Ian Holm, ab 16, Kinostart: 23. Oktober 2003 bei 20th Century Fox
Foto: Verleih
www.alien.com
Website zum Film (englisch)
www.alien-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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