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SAW IV

Psychopathen unter sich

Kinostart: 7.2.2008 | Ingrid Arnold | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Wahrscheinlich gesteht man diesem Film schon unangemessen viel Aufmerksamkeit zu, wenn man betont, dass er sich von den drei Vorgängern ("SAW", "SAW II", "SAW III") unterscheidet. Denn es ist der schlechteste von allen.

"Hast du das Leben verdient?" So fragte schon Teil drei überdeutlich-suggestiv nach den "Rechtfertigungen" für die Tötungen der Opfer durch ihre vorherigen Vergehen oder Verfehlungen – und bezog sich dabei auf die pervertierte "Moralvorstellung" des Killers Jigsaw. Diesmal heißt es wieder "The choice is yours", was ebensolcher Quatsch ist. Denn egal, wie man sich entscheidet, man stirbt ohnehin sowohl selbst als auch der andere, an dessen Leben das eigene gekettet ist ... Diese angebliche "Wahlfreiheit" ist die perfide Entschuldigung eines wenig originellen Drehbuchs dafür, auf möglichst kurzem Weg zur nächsten Folterszene zu kommen. Ebenso einfallslos ist die mitgelieferte pseudo-psychologische Erklärung für Jigsaws Verhalten, das nämlich – wie sollte es anders sein – in einem schlimmen Erlebnis begründet liegt.

Wegen dieser Erklärungen, die keiner braucht, holpert der Film nun wie keiner seiner Vorgänger durch Rückblenden und muss immer wieder stillstehen, weil jemand einem Minitonbandgerät (gibt's die heute überhaupt noch?) lauschen muss. So richtig kommt der Film nie in Fahrt, was wieder nur die Frage aufwirft, was das Ganze überhaupt soll. Vom gewissen dreckigen Low-Budget-Charme der ersten beiden Teile bleibt nur noch spannungslose und wirklich billige Gewalt-Pornografie zu flimmeriger Elektro-Musik.

Dass mit Detective Rigg nun zudem ein Polizist rekrutiert wird, "die richtigen Entscheidungen zu treffen", die für einen, dessen Aufgabe das Einhalten von Gesetzen ist, immer nur die falschen sein können, ist die einzig bemerkenswerte perverse Weiterentwicklung. Dafür wählt der Film einen vergleichsweise sanften Einstieg: Es wird nämlich nur eine Leiche obduziert und noch dazu die von Jigsaw – was also ein wenig Pathologen-Gore, aber noch keine Folter ist ... Doch der Rest bleibt wie gehabt: nur was für Jungs zwischen 16 (nur dass die noch nicht rein dürfen) und höchstens 19 1/2. Denn wem danach so was noch gefällt, dem möchte ich nicht im Mondschein begegnen.
Ingrid Arnold

SAW IV, USA 2007, Regie: Darren Lynn Bousman, Buch: Patrick Melton, Marcus Dunstan, mit Tobin Bell, Scott Patterson, Betsy Russell, Costas Mandylor, Lyriq Bent, Athena Karkanis, Angus Macfadyen, Justin Louis, Sarain Boylan, Shawnee Smith, Simon Reynolds, ab 18, Kinostart: 7. Februar 2008 bei Kinowelt

Foto: Verleih


http://movies.break.com/saw4
Website zum Film (englisch)
www.saw4.kinowelt.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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