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Unter Umständen kann Blaubeerkuchen ja ein ganz interessantes Gesprächsthema sein. In David Lynchs "Twin Peaks"gehören die Lobeshymnen von Agent Cooper auf die lokale Spezialität zu den unvergesslichen Momenten der Serie. In einem kleinen, vollgestopften Diner mitten in New York verliert das Dessert allerdings sehr schnell seinen Reiz. Überzeugen kann man sich davon in Wong Kar-Wais neuem Film "My Blueberry Nights", in dem jede Menge gut aussehender Menschen sich in unerträglichen Platitüden über das Leben, die Liebe und eben Blaubeerkuchen auslassen.
Wong Kar-Wai hat mittlerweile ja schon einige Filme über das Leben und die Liebe gemacht; seine Edel-Schmonzette "In the Mood for Love" (2000) ist vielleicht sogar das schönste Beispiel für urbanen Melo-Existenzialismus seit Antonionis "Liebes"-Trilogie. Wongs Filme verliehen bislang noch der alltäglichsten Verrichtung eine unwirkliche Eleganz. In "My Blueberry Nights" muss man nun aber einem glatten Schönling wie Jude Law in der Rolle des Jeremy beim Servieren und Philosophieren zusehen. Keiner will seinen Blaubeerkuchen. Bis eines Nachts die sitzen gelassene Elizabeth (die Sängerin Norah Jones in ihrer ersten Filmrolle) in sein Diner hineinschneit. Von ihrem Platz aus beobachtet sie das Apartment ihres Ex-Freundes und wird dabei von Law getröstet und versorgt. Als der Schmerz nachlässt, macht sie sich auf eine lange Reise durch die USA, bei der sie noch andere traurige Gestalten wie den Polizisten Arnie (David Strathairn) oder die Spielerin Leslie (Natalie Portman) trifft. Ab und an schickt sie eine Postkarte nach New York, wo Jeremy weiterhin Blaubeerkuchen backt, in der Hoffnung, dass Elizabeth eines Tages wieder in sein Leben treten wird.
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