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Prag, jenseits des Touristenrummels. Hier wohnt Josef, ein eigenwilliger Lehrer, mit seiner Frau. Er ist 65 und hat viel Wissen angehäuft, das seine Schüler/innen leider überhaupt nicht interessiert. Stattdessen tun sie das, was viele Jugendlichen in der Schule meistens tun – sich langweilen, herumlümmeln und Lehrer/innen mit frechen Widerworten bombardieren. Irgendwann aber hat selbst der Geduldigste genug, und Josef drückt entnervt einen nassen Tafelschwamm über einem Schüler aus. Und da er nicht garantieren kann, dass ihm das nicht wieder passiert, quittiert er den Dienst. Vogelfrei fühlt er sich plötzlich und voller Energie. Ein Leben auf der Parkbank kommt für ihn jedoch nicht in Frage. Josef will noch etwas Neues beginnen, versucht sich als schnittiger Fahrradkurier und landet dann in der Leergutannahme eines kleinen Supermarkts.
"Leergut" schließt nach "Volksschule" (1991) und "Kolya" (1997) Jan Sveráks Trilogie über die Etappen des Lebens ab. Zdenek Sverák schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern spielt wie in dem Oscar-prämierten "Kolya" die Hauptrolle. "Leergut" will die Angst vor dem Alter mindern, zeigt, dass dieser Lebensabschnitt nicht zwangsläufig mit Krankheit, Verzicht und Todesangst gleichzusetzen ist. Denn dieser Josef entwickelt eine geradezu unheimliche Lebenslust. Was hat er nur all die Jahre davor getan?
Liebevoll flaniert die Komödie durch den typisch tschechischen Mikrokosmos kleiner Leute. Rasch entwickelt Josef ein Händchen fürs Verkuppeln von Kunden und Kollegen. Sogar bei seiner Tochter wird ihm das gelingen, nur der eigenen Ehe fehlt der Pepp. Den könnte "Leergut" zwar streckenweise auch gebrauchen, eine Million Tschechen/innen waren jedoch begeistert.
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