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Nicht genug, dass ein schwerer Sturm ihm kaputte Fenster beschert hat. Als David Drayton tags darauf mit Sohnemann Billy einkaufen geht, kommt auch noch starker Nebel auf. Der scheint gefährlich zu sein: Wer einmal drin verschwindet, kommt nicht wieder zurück. Die Menschen im Supermarkt begreifen, dass sie sich verbarrikadieren müssen. Aber nicht nur draußen wartet das Unheil …
Zu seiner beliebten Kurzgeschichte "Der Nebel" bekommt Stephen King seit Jahren säckeweise Post mit der Bitte, sie weiterzuführen und ein Epos wie "The Stand - Das letzte Gefecht" daraus zu machen. Der Grund: Kings Vermögen, menschliche Konflikte und soziale Dynamik zu schildern, befindet sich hier auf einem Höhepunkt. Regisseur Frank Darabont, für zwei King-Adaptionen ("Die Verurteilten", "The Green Mile") bereits für den Oscar nominiert, geht mit klarer Vision an die Sache heran: Horrorfirlefanz wie vordergründige Grusel-Musik lässt er nahezu ganz weg und erzwingt so die Konzentration auf das Wesentliche: seine Darsteller/innen. Die verbeißen sich in klassischer Ensembleleistung so ineinander, als hätte man es mit einem Gerichtsdrama zu tun – nur dass eben ab und an noch ein paar Monster von außen "hineinplatzen".
Das überaus Interessante dabei ist das deutlich zu spürende Bedürfnis, der sehr irrealen Bedrohung von außen eine reale, ja fast lakonische Schilderung menschlicher Beziehungen entgegenzusetzen: Wer tiefe Menschlichkeit wie in "Die Verurteilten" (1994) erwartet, wird überrascht werden: Hier schwingt die Wut eines Regisseurs mit, der tief im Innern vielleicht immer noch Humanist ist, aber zurzeit einfach zu gut weiß, was schief läuft mit der Menschheit.
So zeigt sich sein Grüppchen Eingeschlossener als anfällig für alle Arten von Eitelkeit, Herrschsucht und Vorurteilen. Hinterwäldler Jim versucht beispielsweise, sein Selbstbewusstsein im Widerstand gegen den Stadtmenschen Drayton aufzubessern, und riskiert das Leben eines Auszubildenden. Als hochgefährlich erweist sich auch eine Endzeitprophetin, die anfangs niemand ernst nehmen kann. Aber je unangenehmer die Lage wird, desto mehr Zulauf bekommt sie. Die bittere Erkenntnis im "Nebel"-Universum liegt darin, dass der Mensch selbst unter großer Gefahr das Opfer seiner inhumanen Dummheit wird. Darabont hält daher auch für die tapferen Überlebenden ein galliges Ende bereit. Und für das Publikum den besten Horrorfilm seit langem.
Ernst Kramer
(The Mist) USA 2007, Buch und Regie: Frank Darabont nach einer Kurzgeschichte von Stephen King, mit Thomas Jane, Laurie Holden, Nathan Gamble, Marcia Gay Harden, Andre Braugher, William Sadler, Gregg Brazzel, Alexa Davalos, Jack Hurst, Susan Malerstein, ab 16, Kinostart: 17. Januar 2008 bei Kinowelt
Foto: Verleih
www.themist-movie.comWebsite zum Film (englisch)
www.dernebel.senator.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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