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Mörderischer Frieden

Ein schwieriger Job

Kinostart: 29.11.2007 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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In Afghanistan, im Kongo oder auf dem Balkan – Auslandseinsätze der Bundeswehr sind heute fast schon selbstverständlich. Aber eben nur fast. Mit einem betont bescheidenen Armee-Film wagt sich Rudolf Schweiger auf ungesichertes Terrain. Wie seine Protagonisten Tom (Adrian Popol) und Charly (Max Riemelt), die als Soldaten der KFOR-Friedenstruppe im Kosovo des Jahres 1999 mitten in die Streitereien zwischen Serben und Albanern geraten. Als sie die junge Serbin Mirjana (Susanne Bormann) aus einem Hinterhalt retten, riskieren sie ihre Neutralität. Auf eigene Faust betreiben sie Nachforschungen über die tieferen Ursachen des Hasses vor Ort – und geraten immer weiter in die Bredouille.

Was Regisseur Schweiger riskiert, ist der im Zweifelsfall ungünstige Vergleich mit einschlägigen US-Filmen von "Full Metal Jacket" (1987) bis "Operation: Kingdom" (2007). Hollywood-tauglich ist hier eigentlich nur der ohrenverpappende Soundtrack. Ansonsten reproduziert der Film recht brav das Selbstbild der Bundeswehr: Tom und Charly sind keine kernigen Vaterlandsverteidiger, sondern Menschen wie du und ich "mit einem schwierigen Job". Der Realität kommt das nahe, und angesichts der komplizierten politischen Verhältnisse im Kosovo ist die Story sogar recht geschickt konstruiert. Zwischen allen Fronten stehend die Übersicht zu bewahren, bedeutet in der Tat einen hohen psychischen Druck. Nur kommt die filmische Umsetzung da leider nicht mit. Das unvermeidliche Liebesdreieck zwischen den beiden Soldaten und der schönen Mirjana ist als dramaturgischer Ausweg denkbar ungeeignet, aber hier stimmen wenigstens die Schauspielleistungen. Über weite Strecken wirkt der Film wie ein Schulungsvideo der Bundeswehr – gedreht mit besten Absichten, aber mit mangelnden Mitteln.

Rekrutenwerbung sieht anders aus, vermutlich spannender. Umgekehrt hätten auch ein paar kritischere Töne nicht geschadet, um das Berufsbild Soldat einem interessierten Publikum näher zu bringen. Der deutsche Army-Film steckt eindeutig noch in der Ausbildung.
Philipp Bühler

Mörderischer Frieden, Deutschland 2007, Regie: Rudolf Schweiger, Buch: Jan Lüthje, Rudolf Schweiger, mit Adrian Topol, Max Riemelt, Susanne Bormann, Damir Dzumhur, Anatole Taubman, Peter Bongarz, Cornelia Köndgen, Bo Hansen, Max von Pufendorf, Frank Kessler, Kinostart: 29. November 2007 bei Movienet

Foto: Verleih


www.moerderischer-frieden.de
Website zum Film (deutsch)
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de

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