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Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada

Sein letzter Wille

Kinostart: 8.11.2007 | Sascha Rettig | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Bereits vor zweieinhalb Jahren war "Three Burials" nicht nur eine große Überraschung im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes, die die Kritiker/innen begeisterte. Tommy Lee Jones, der erstmals Regie für einen Kinofilm führte und die Hauptrolle übernahm, bekam den Preis als bester Darsteller und Guillermo Arriaga eine Auszeichnung für das beste Drehbuch. Erst jetzt allerdings hat sich der kleine Salzgeber Verleih erbarmt, den Film auch hierzulande auf ein paar Leinwände zu bringen. Einfach zu vermarkten ist "Three Burials" nicht, dabei gehört er zu den herausragenden Spätgeborenen des weitestgehend begrabenen Western-Genres.

Wie der Titel verrät, geht es um drei Begräbnisse ein und desselben Mannes, des mexikanischen Rancharbeiters Melquiades Estrada, der durch einen unglücklichen Zufall gestorben ist. Im Fall seines Todes wollte er an einer speziellen Stelle in Mexiko beerdigt werden. Den Wunsch wird ihm Pete (Tommy Lee Jones) erfüllen – ein knorriger, alter Cowboy, der in bester Tradition Eastwood'schen Schweigens nur das Nötigste redet und seinen ganz eigenen Wertekodex hat. Auf seinem Pferd reitet er mit dem toten Körper durch das zerklüftet gebirgige und unwirtliche Grenzgebiet am Rio Grande zwischen den USA und Mexiko, dessen Schönheit von Kameramann Chris Menges beeindruckend eingefangen wird.

Was genau da passierte, erfährt man erst, nachdem Estrada bereits das erste Mal begraben wurde. Einmal mehr hat der Autor Arriaga, der schon für Alejandro González Iñárritu die Bücher zu "Amores Perros" (2000) und "21 Gramm" (2003) schrieb, seiner Vorliebe für aufgesplitterte Zeitachsen nachgegeben, wodurch sich die Geschichte erst nach und nach zusammensetzt. Es ist die Erzählung einer Freundschaft, die selbst dann noch seltsam zärtlich ist, wenn Pete dem Toten die Haare kämmt oder Frostschutzmittel einflößt, damit die Leiche nicht so schnell verwest. Was mit Anflügen von garstigem Humor und sozialkritischen Beobachtungen in der Tristesse des Westerngrenzstädtchens beginnt, wird dabei zunehmend zum kathartischen Trip um Rassismus, Vergeltung und Vergebung, Würde und Tod.
Sascha Rettig

(The Three Burials of Melquiades Estrada) USA, Frankreich 2005, Regie: Tommy Lee Jones, Buch: Guillermo Arriaga, mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper, Julio César Cedillo, Dwight Yoakam, January Jones, Melissa Leo, Kinostart: 8. November 2007 bei Salzgeber

Foto: Verleih


www.sonyclassics.com
Website zum Film (englisch)
www.threeburials.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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