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Ein dunkler Wald, eine einsame Kutsche, grausame Räuber. So fangen Märchen an. Auch "Die drei Räuber" ist ein Märchen, aber kein gewöhnliches: Denn in der Kutsche sitzt keine Prinzessin, sondern nur ein armes Waisenkind auf dem Weg ins Kinderheim, das diese Gelegenheit ergreift, sich von den drei Räubern entführen zu lassen: lieber ein Abenteuer als das vorhersehbare Elend. In der Gesellschaft des kleinen Mädchens Tiffany entpuppen sich die ruppigen Spießgesellen natürlich schnell als empfindsame Seelen und zusammen befreit man schließlich sogar das Kinderheim von seiner herrischen Leiterin.
Die Geschichte von der Machtergreifung der Kinder ist bekannt, denn "Die drei Räuber" ist eines der erfolgreichsten Kinderbücher von Tomi Ungerer. Für die Verfilmung hat Regisseur Hayo Freitag, der mit "Werner - Gekotzt wird später" (2003) und dem "Käpt'n Blaubär"-Film Erfahrungen sammeln durfte, die kurze Ungerer-Geschichte zwar etwas aufplustern müssen, aber die nun zwangsläufig etwas dünne Story doch immerhin ganz im Geiste des Originals inszeniert. So wird die nur bisweilen aufkommende Gefühligkeit immer wieder schnell durch anarchischen Humor oder den durchgehend lakonischen Tonfall gebrochen. Auch der Zeichenstil orientiert sich zum Glück an Ungerer und nicht an den international abgesicherten, von Disney geprägten, süßlichen Konventionen.
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