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Die drei Räuber

Frechheit siegt!

Kinostart: 18.10.2007 | Thomas Winkler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Ein dunkler Wald, eine einsame Kutsche, grausame Räuber. So fangen Märchen an. Auch "Die drei Räuber" ist ein Märchen, aber kein gewöhnliches: Denn in der Kutsche sitzt keine Prinzessin, sondern nur ein armes Waisenkind auf dem Weg ins Kinderheim, das diese Gelegenheit ergreift, sich von den drei Räubern entführen zu lassen: lieber ein Abenteuer als das vorhersehbare Elend. In der Gesellschaft des kleinen Mädchens Tiffany entpuppen sich die ruppigen Spießgesellen natürlich schnell als empfindsame Seelen und zusammen befreit man schließlich sogar das Kinderheim von seiner herrischen Leiterin.

Die Geschichte von der Machtergreifung der Kinder ist bekannt, denn "Die drei Räuber" ist eines der erfolgreichsten Kinderbücher von Tomi Ungerer. Für die Verfilmung hat Regisseur Hayo Freitag, der mit "Werner - Gekotzt wird später" (2003) und dem "Käpt'n Blaubär"-Film Erfahrungen sammeln durfte, die kurze Ungerer-Geschichte zwar etwas aufplustern müssen, aber die nun zwangsläufig etwas dünne Story doch immerhin ganz im Geiste des Originals inszeniert. So wird die nur bisweilen aufkommende Gefühligkeit immer wieder schnell durch anarchischen Humor oder den durchgehend lakonischen Tonfall gebrochen. Auch der Zeichenstil orientiert sich zum Glück an Ungerer und nicht an den international abgesicherten, von Disney geprägten, süßlichen Konventionen.

Die Filmemacher haben, und das muss man ihnen hoch anrechnen, erst gar nicht versucht, mit Blick auf die kommerzielle Verwertbarkeit, dem sperrigen Ungerer eine Lieblichkeit zu verschaffen, die im Kinderfilm-Genre gewöhnlich mit Kindertauglichkeit verwechselt wird. Es ist also der seltene Fall eingetreten, dass ein Animationsfilm sein kindliches Publikum nicht für dumm verkauft, aber trotzdem nicht allzu sehr nach einer erwachsenen Zuschauerschaft schielt.
Thomas Winkler

Die drei Räuber, Animationsfilm, Deutschland 2007, Regie: Hayo Freitag, Buch: Bettine von Borries, Achim von Borries, Hayo Freitag nach dem Kinderbuch von Tomi Ungerer, Kinostart: 18. Oktober 2007 bei X Verleih

Foto: Verleih


www.dreiraeuber-derfilm.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
Mehr Artikel zum Film
www.visionkino.de
Filmtipp von Vision Kino, Netzwerk für Film und Medienkompetenz




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