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Augenlied

Ich sehe was, was du nicht siehst

Kinostart: 9.10.2003 | Ingrid Arnold | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Wie sieht die Welt aus, wenn man blind ist? Die langjährigen Regiepartner
Mischka Popp und Thomas Bergmann besuchen in ihrem Dokumentarfilm Menschen, die schon lange blind, erst seit kurzem oder auch blind geboren sind. Langsam und voller Neugierde erzählen sie die Geschichte des alten Mannes, der mit 19 im Krieg blindgeschossen wurde, oder der spanischen Fernsehmoderatorin, die das Wort "blind" nie benutzt. Die oft überraschenden Situationen machen die Unterschiede in der gegenseitigen Wahrnehmung von Blinden und Nichtblinden deutlich. So zitiert der englische Professor seine Frau: "Das Problem ist nicht, dass du blind bist, sondern dass ich unsichtbar geworden bin."

Für die Nicht-Sehenden ist die gemeinsame Welt aber nicht dunkel, sondern reich an Gerüchen, Berührungen, Tönen und Bildern. Bei den Sehenden dagegen scheinen auf einmal alle Sinneswahrnehmungen arg verkümmert. Der Film versucht dem mit einer assoziativen Montage und mehr oder weniger gelungener musikalischer Untermalung entgegenzuwirken. Die Welt jedenfalls sieht man danach tatsächlich mit anderen Augen.
Ingrid Arnold

Augenlied, Dokumentarfilm, Deutschland 2003, Buch und Regie: Mischka Popp, Thomas Bergmann, mit Günther Wieland, John M. Hull, Nuria del Saz, Stefan Demter, Renata Wojewoda, Pjotr Tarasewicz, Janis Wega, OmU, Kinostart: 9. Oktober 2003 bei GMfilms

Foto: Verleih


www.gmfilms.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.filmz.de
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