Tan Lines

Sonne, Surfen und Sex

Kinostart: 16.8.2007 | Ernst Kramer | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Sommer an der australischen Küste. Ein Kosmos aus Strand, Surfen, Herumhängen, Skaten. Und mittendrin der junge Midget. Mit 17 wohnt er immer noch bei seiner Mutter und teilt sich sogar mit ihr das Bett, aus Kostengründen. Er verliebt sich in Cass, den nach vier Jahren Weltreise heimgekehrten Bruder seines besten Freundes. Cass hat jedoch eine Affäre mit einem Lehrer, während Midget von der aufdringlichen Alice bezüglich seiner geschlechtlichen Vorlieben auf die Probe gestellt wird ...

"Tan Lines" hat Lust daran, gut gebaute Männerkörper zur Schau zu stellen, und zeigt einige recht intensive erotische Szenen. Solange man nicht so tut, als würde das einem höheren Zweck dienen, so wie etwa Larry Clarke ("Kids", 1995), ist das freilich nur konsequent: Es beschwert sich ja auch niemand, wenn es in anderen Teenagerfilmen vor Erotik knistert.
Regisseur Ed Aldridge bringt zudem einige surreale und witzige Szenen unter, die den leichten Irrsinn, der bei hohen Temperaturen und sehr viel Freizeit entsteht, wunderbar illustriert. So beginnen schon bald die Heiligenbilder in Midgets Zimmer eine aufgeregte Diskussion über homosexuelle Liebe – natürlich auf Italienisch, sodass Midget sie gegen Ende anschreien muss, endlich mal Englisch zu reden, damit er sie überhaupt versteht.

"Tan Lines" erzählt keine ausgeklügelte Geschichte, sondern versucht das Publikum beim Lebensgefühl zu packen. Die Verwirrung und die quer schießenden Triebe der Pubertät finden hier ihre Entsprechung in einer kaum stringenten Dramaturgie, die es fertig bringt, minutenlange Sequenzen, in denen kaum etwas passiert, mit beeindruckenden Wortgefechten, etwa zwischen Ausreißer Cass und seinen verständnislosen Eltern, zu mischen. So liegt die Stärke von "Tan Lines" hauptsächlich in der charmanten Präsentation, zu der auch die sorgfältig inszenierten Bilder einen großen Teil beitragen. Und zumindest für heterosexuelle Männer findet sich eine interessante Figur außerhalb des schwulen Universums: Lucy Minter als Alice glänzt mit der bezauberndsten Zahnlücke der Filmgeschichte seit Beatrice Dalle.
Ernst Kramer

Tan Lines, Australien 2006, Buch und Regie: Ed Aldridge, mit Jack Baxter, Lorena Arancibia, Jed Clarke, Curtis Dickson, Harry Plato Catterns, Joshua Bush, Daniel O'Leary, Lucy Minter, Bob Nobel, Christian Willis, OmU, Kinostart: 16. August 2007 bei GMfilms

Foto: Verleih


www.tanlinesthemovie.com
Website zum Film (englisch)
www.gmfilms.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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