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Shrek der Dritte

Verbrauchter Held

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Sascha Rettig | Kinostart: 21.6.2007

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Bislang war der Oger immer ein bisschen anders als die Konkurrenz. Unter den zahlreichen Animationsfilmen der vergangenen Jahre wie "Ab durch die Hecke" (2006) und all den anderen programmierten Familienunterhaltern mit possierlichen Pixeltierchen nahm "Shrek" so etwas wie eine Sonderrolle ein: Mit großer Detailverliebtheit und einem entfesselten Zitierwirbel, der die Popkultur ebenso erfasste wie europäische Märchenmythen, entstand in zwei Filmen aus dem Dreamworks-Studio die originelle Mär um den sympathisch unsympathischen Giftgrünling, die sich satirisch nebenbei auch respektlos über die Produktionen der Disney-Konkurrenz lustig machte. Nach zwei Teilen der insgesamt 1,3-Milliarden-Dollar-einspielschweren Märchenveralberungen zeigt das Schema in "Shrek der Dritte" allerdings nun erstmals ernste Verbrauchsspuren.

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Das liegt daran, dass diesmal die Mission von Oger, Quasselesel & Co. fast wie ein Routinejob über die Bühne geht. Nach Prinzessin Fionas Eroberung im ersten und ihrer Ehelichung im zweiten Teil wird vor allem die Familiengeschichte in "Shrek der Dritte" weitererzählt. Diesmal hat Shrek Angst vorm drohenden Nachwuchs und soll, nachdem der Froschkönig sehr theatralisch sein Leben ausgehaucht hat, auch noch die Thronfolge des Königshauses von Weit Weit Weg übernehmen. Da er sich mit seiner Frau aber lieber wieder in die gemütliche Ruhe seines Sumpfes zurückziehen will, macht sich Shrek auf die Suche nach Archie, dem anderen möglichen Thronfolger. In Weit Weit Weg bricht derweil das Chaos aus: Die vom eitlen Verlierer Prince Charming und seinem Assistenten Captain Hook angeführten Märchenschurken fallen über das Königreich her und übernehmen es mit der emanzipatorischen Forderung nach Gleichberechtigung und einem eignen Happyend.

Dabei weht durch die abermals verbesserte Animation das Fell einiger Tierchen in "Shrek der Dritte" sicherlich noch etwas feiner. Doch die witzigen Einfälle und postmodernen Verquirlungen sprudeln nicht mehr so viel Originalität heraus wie aus den Vorgängerfilmen. Zu stark verlassen sich die Macher stattdessen auf den durchaus noch intakten Charme der bekannten Bewohner/innen des Hollywood'schen Märchenlandes wie dem Stringtanga-tragenden Pinocchio oder dem zuckerschnuffigen Lebkuchenmann, an dem in der besten Szene sein Süßigkeitenleben im Zeitraffer vorbeizieht. Doch während sie diesmal nicht mehr sind als funktionslose Sidekicks auf dem Weg zum mauen Showdown, fehlt dem Film trotz der Neuzugänge mit dem plappernden Magiermännchen Merlin und dem blässlichen Jüngling Archie ein wirklich überraschender Neuzugang wie der gestiefelte Latinokater Puss-in-Boots im zweiten Teil. Trotzdem sind noch einmal zwei Shrek-Sequels geplant. Gemessen an "Shrek der Dritte" sollte man allerdings Gnade mit dem Oger haben, ihn jetzt samt grünem Familienglück wieder in den Sumpf entlassen und mit intensiven Schlammbädern endlich die Ruhe gönnen, nach der er sich so sehnt.
Sascha Rettig

(Shrek the Third) Animationsfilm, USA 2007, Regie: Chris Miller, Raman Hui, Buch: Jeffrey Price, Peter S. Seaman, Jon Zack, Kinostart: 21. Juni 2007 bei Universal

Foto: Verleih

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www.shrek.com
Website zum Film (englisch)
http://movies.uip.de/shrekderdritte
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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