t

Die Eisprinzen

Comedy on Ice

Kinostart: 10.5.2007 | Andreas Resch | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Image 14560

Image 14560

Als sich die verfeindeten Eislaufstars Jimmy MacElroy (Jon Heder) und Chazz Michael Michaels (Will Ferrell) bei den olympischen Winterspielen die Goldmedaille teilen müssen, kommt es zum Eklat. Während der Siegerehrung prügeln sie sich vor den Augen der versammelten Weltöffentlichkeit gegenseitig die Seele aus dem Leib. Als im Verlauf der Schlägerei auch noch das olympische Maskottchen in Flammen aufgeht, nimmt man ihnen kurzerhand ihre Medaillen wieder weg und die beiden ungleichen Männer werden auf Lebenszeit gesperrt.

Dreieinhalb Jahre später. Während Michaels in einer anspruchslosen Eislaufrevue regelmäßig die Bühne vollkotzt, versucht sich MacElroy wenig erfolgreich als Schlittschuhverkäufer. Doch dann entdeckt dessen Ex-Coach eine Lücke im Eislauf-Reglement: Die Sperre der beiden Streithähne ist auf Einzelwettbewerbe beschränkt. Und so macht er aus dem sexsüchtigen Meat-Loaf-Verschnitt und dem schmächtigen Jüngling mit der blonden Mähne kurzerhand das neue Dreamteam des Paarlaufs, dem mit seinen zwischen prickelnder Homoerotik und sportiver Eleganz oszillierenden Performances alsbald ein furioses Comeback glückt.

Wenn MacElroy mit weit aufgerissenen Augen und buntem Federkiel am Hintern einen Pfau imitiert oder Michaels wie ein Softpornodarsteller mit lasziver Gestik durch die Gegend stolziert, schmelzen die Herzen des Publikums wie Eis an einem milden Frühlingstag. Die Goldmedaille bei den nächsten Spielen scheint zum Greifen nah. Doch nur, wenn es den beiden dort gelingen sollte, den als "Iron Lotus" bekannten, hochgradig waghalsigen – weil potenziell tödlichen – Trick zu meistern, haben sie eine reelle Chance, ihre schärfsten Konkurrenten, das bösartige Geschwisterpaar Van Waldenberg, zu besiegen.

"Die Eisprinzen" ist eine kurzweilige Komödie, bei der vor allem Freunde derben Humors im Stile der Farrelly-Brüder ("Unzertrennlich", 2003) auf ihre Kosten kommen werden. Der Film überzeugt aufgrund seiner immer wieder aufs Aberwitzigste überzogenen Choreografien sowie einer mitunter bemerkenswerten Liebe zum Detail, etwa wenn man in einem stilecht fingierten schwarz-weißen Filmausschnitt sieht, wie sich ein nordkoreanisches Paar am "Iron Lotus" versucht und scheitert: Die Frau wird enthauptet. Es sind solche mitunter makabren, dabei jedoch fast immer urkomischen Szenen, die "Die Eisprinzen" trotz einer weitgehend sinnfreien Story vom Einheitsbrei durchschnittlicher Hollywood-Komödien abheben und die den Film auch – oder vielleicht gerade – für ausgemachte Eislaufhasser/innen empfehlenswert machen.
Andreas Resch

(Blades of Glory) USA 2007, Regie: Josh Gordon, Will Speck, Buch: John Altschuler, Dave Krinsky, Jeff Cox, Craig Cox, mit Will Ferrell, Jon Heder, Will Arnett, Amy Poehler, William Fichtner, Jenna Fischer, Romany Malco, Nick Swardson, Rob Corddry, Kinostart: 10. Mai 2007 bei UIP

Foto: Verleih


www.bladesofglorymovie.com
Website zum Film (englisch)
http://movies.universal-pictures-international-germany.de/dieeisprinzen
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de

Mehr Artikel zum Film




Kommentare

Dein Kommentar