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Ein Mann und eine Frau. Die Hitze, die Wüste, der Sex. Immer geradeaus führen die Highways aus L.A., hinein in die urzeitliche verkarstete Landschaft der Mojave Wüste. Twentynine Palms heißt der Durchgangsort, an dem die beiden stranden, in einem amerikanischen Motel mit Fernseher, Dusche und hellhörigen Wänden. Alles ganz normal. Ein Pärchen auf Weekend-Abenteuer; Katia, eine Russin, die weder über ein Mobiltelefon noch über weitere Verbindungen zu verfügen scheint, und David, der Fotograf auf Motivsuche, verständigen sich rudimentär auf Französisch. Die Sprache der Liebe.
Viel zu sagen haben sich die beiden nicht und wenn Nichtkommunikation auch Kommunikation bedeutet, dann heißt das: Lass uns ficken! Nun gut, so weit, ausgedehnte Liebesspiele im Pool, im Bett und die Kamera, wie auch in den Erstlingsfilmen von Bruno Dumont – "La Vie de Jésus" (1997) oder "L'Humanité" (1999) – ganz dicht dran am Akt. Rammeln gegen die Leere, gegen die Langeweile. Rein, raus, und fertig. Bis zum nächsten Mal. Für viele, zumindest die, die nicht dürfen oder nicht können, wie sie wollen, der Traum von der Vögelfreiheit. Doch das plakative, voyeuristische Zeigen der ach so freien Liebe wirkt ähnlich befremdlich wie der Besuch im Supermarkt eines Nudistencamps. Fleisch und Felsen, Felsen und Fleisch, Geschlechtsteileshow verpackt als Land Art auf 35 Millimetern ... und in langen 119 Minuten. David gibt sich alle Mühe: Sein guttural hirschähnliches Grunzen füllt den Kinosaal und Katia hechelt wie im Geburtsvorbereitungskurs. Immer wieder klatschen die nackten Leiber aufeinander und man freut sich richtig, dass die beiden auch einmal ein Eis essen gehen dürfen.
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