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Seinen neuen Film bezeichnet Altmeister Aki Kaurismäki, nach "Wolken ziehen vorüber" (1996) und "Der Mann ohne Vergangenheit" (2002), als den letzten seiner "Trilogie der Verlierer". Als hätte er sich davor um Gewinner gekümmert! Er hat eben eine spezielle Art von Humor, der Finne. Was aber seinen berühmten Minimalismus angeht, ist "Lichter der Vorstadt" in der Tat radikal – selbst für Kaurismäki-Verhältnisse. Es gibt kein Licht im Leben von Koistinen. In einer Shopping Mall beschützt der Wachmann nachts in Helsinki den Reichtum der anderen. Die Kollegen kennen nicht mal seinen Namen. Er wird ausgelacht und zusammengeschlagen. Eine schöne Blonde nutzt seine Einsamkeit aus, um im Auftrag ihres Gangsterfreundes an die Schlüssel zu kommen. Für den Einbruch wandert Koistinen ins Gefängnis. Ach ja, vorher wird er noch zusammengeschlagen.
Niemals wird Koistinen sich wehren, denn er ist – das hat der Gangster richtig eingeschätzt – ein "romantischer Trottel". Romantiker verlieren, die anderen gewinnen. So einfach ist das bei Kaurismäki, der wieder mal fast einen Stummfilm gedreht hat, als Hommage an sein großes Vorbild Charlie Chaplin. Wenn Koistinen redet, klingt das so: "Wie war es im Gefängnis?" – "Man konnte nicht raus." Was früher als lakonischer Humor durchging, ist heute bitterer Ernst. Man kann nicht raus aus seinem Leben, je mehr man es versucht, desto härter schlägt es zurück. Koistinens einziger Trost sind ein Hund und die Frau von der Imbissbude, mit der er "Gespräche" führt, wie es sie nur bei Kaurismäki gibt. Zwar ist alles wieder da, was in seine Filme gehört: Tango, Rock'n'Roll, Wodka, Zigaretten, der Hund Paju, Kati Outinen. Aber seine reduzierte Bildsprache hat der Regisseur diesmal an den absoluten Nullpunkt geführt. Der Vorwurf, ihm falle nichts Neues mehr ein, prallt an solcher Konsequenz ab. Wahre Fans müssen da durch.
Philipp Bühler
(Laitakaupungin valot) Finnland, Deutschland 2006, Buch und Regie: Aki Kaurismäki, mit Janne Hyytiäinen, Maria Järvenhelmi, Maria Heiskanen, Ilkka Koivula, Sergej Doudko, Andrej Gennadiev, Arturas Pozdniakovas, deutsche Fassung und OmU, Kinostart: 21. Dezember 2006 bei Pandora
Foto: Verleih
http://lichter-der-vorstadt.pandorafilmverleih.deWebsite zum Film (deutsch)
www.filmportal.deInfos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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