Vergangenheitsbewältigung: Die Ritterinnen
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"Wir waren Sieben. Links, radikal, anarchistisch, zornig, zärtlich, zauberhaft", beginnt die Berliner Filmemacherin Barbara Teufel aus dem Off ihren Film "Die Ritterinnen".
Die junge Bonnie kommt 1987 aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald nach Berlin. Dort ist die Luft gerade am explodieren. Am legendären 1. Mai 1987 hat die autonome linke Szene es geschafft, sich für ein paar Stunden einen rechtsfreien Raum zu schaffen: Sie lieferte sich Straßenschlachten mit der Polizei. Ein Supermarkt wurde bis auf den letzten Krümel geplündert, Autos angezündet. Nun plant die linke Szene größere Aktionen. Die Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) steht an, der amerikanische Präsident Ronald Reagan und die Queen werden in Berlin erwartet. Es gibt also genug zu tun.
Das ist unser Haus
Schnell wird Bonnie Teil der Szene. Sie zieht mit sechs anderen Frauen in eine Kreuzberger Fabrik, den Ritterhof. Bald werden die Männer aus der WG vertrieben, weil die jungen Frauen ihre Radikalität auch hier voll und ganz umsetzen. Sie wollen nicht nur in einer männerfreien Zone wohnen, sie beschließen sogar, sexuelle Beziehungen nur noch mit Frauen zu leben. Für Bonnie ist autonome Politik fortan ein Full-Time-Job. So organisieren die Ritterinnen unter anderem eine große eigene Frauenkampagne gegen die IWF-Tagung.
Das war vor Jahren
Regisseurin Barbara Teufel hat viele eigene Erfahrungen in ihren halbdokumentarischen Spielfilm einfließen lassen. Ende der 1980er-Jahre lebte sie selber in einer linken Frauen-Wohngemeinschaft. Mit genügend zeitlichem Abstand und einer daraus resultierenden gesunden Selbstironie hat sie einen Film gemacht, der aus mehreren, geschickt ineinander verzahnten Ebenen besteht: In den Film sind Originalaufnahmen von damals montiert und mit Interviews verknüpft, die Barbara Teufel mit ihren ehemaligen WG-Genossinnen geführt hat. Die Spielfilmebene verdeutlicht vor allem die damaligen Machtverhältnisse innerhalb der linken autonomen Szene: "Liebe ist ein bürgerliches Konstrukt zur Verschleierung der Geschlechterverhältnisse", waren die Ritterinnen etwa überzeugt. Solche Aussagen wirken heute nicht nur komisch, sondern machen auch nachdenklich.
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