Tagsüber sitzt sich Harry in einer Münchner Bank den Hintern platt. Erst nach Schalterschluss beginnt für ihn das wirkliche Leben. Und das besteht aus Musik. Harry managt eine Band. Wir schreiben die 1980er-Jahre und die Neue Deutsche Welle ist gerade im Anrollen. Harrys Schützlinge, die sich Apollo Schwabing nennen, hätten das Zeug, groß raus zu kommen. Nur wie die Leute davon überzeugen? Ein Konzert zusammen mit DAF, den musikalischen Helden der damaligen Zeit, wäre die Antwort auf alle Fragen. Das Dumme daran ist nur, dass ein Auftritt dieser Größenordnung Harrys Möglichkeiten übersteigt. Und dass DAF von all dem nichts wissen wollen ...
Es geht gar nicht anders: Man muss manchmal Grenzen überschreiten, um sich selbst zu finden. Auch auf die Gefahr hin, sich zum Narren zu machen. Wie schon in seinem wunderbaren Erstling "Nichts bereuen" erzählt Regisseur Benjamin Quabeck auch in "Verschwende deine Jugend" von den Freuden und Leiden der frühen Jahre. Dass die Rechnung diesmal nicht ganz so glatt aufgeht, liegt vor allem an Hauptdarsteller Tom Schilling, der eben kein Daniel Brühl ist. Klasse Musik und genau die richtige Mischung aus Tragik und Komik machen dieses Manko aber wieder wett.
Peter Zemla
Deutschland 2003, Regie: Benjamin Quabeck, Buch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig, mit Tom Schilling, Robert Stadlober, Jessica Schwarz, Marlon Kittel, Denis Moschitto, Josef Heynert, Dieter Landuris, Nadja Bobyleva, Mareike Lindenmeyer, Christian Ulmen, Kinostart: 3. Juli bei Constantin Film
Foto: Verleih
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