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Sie könnten kaum verschiedener sein: Behiye flucht oft und laut, färbt sich die Haare rot und ist Klassenbeste. Handan dagegen trägt am liebsten Pink, spitzt den Schmollmund, kuschelt mit Stofftieren und gibt das Dummchen. Trotzdem sind die beiden Antipoden schnell voneinander fasziniert. Es entsteht eine seltsame Freundschaft, eine Liebe gar, die sich zu wehren versucht gegen die Rollenklischees, die die türkische Gesellschaft für Mädchen vorgesehen hat, und doch unweigerlich daran zerbricht.
Kutlug Ataman, der in Deutschland mit dem in Berlin spielenden Transvestiten-Drama "Lola and Bilidikid" (1999) bekannt wurde, kehrte für "Zwei Mädchen aus
Istanbul" in seine Heimat zurück und verfilmte einen heiß diskutierten Bestseller von Perihan Magden. Mit bisweilen wackeliger Handkamera, schmerzhaft authentischen Darstellern/innen und exakten Dialogen zeichnet er nun ein düsteres Bild vom Leben Jugendlicher in der
Türkei. Die träumen von derselben Freiheit, die für Gleichaltrige im aufgeklärten Westen selbstverständlich ist, aber alle Ausbruchsversuche sind in einer restriktiven Gesellschaft, die immer noch gebaut ist auf althergebrachten Konventionen, zum Scheitern verurteilt. In rohen Bildern erzählt Ataman seine Geschichte, voller Mitgefühl mit seinen Protagonistinnen und mit einem bösen Blick auf sein Land, das zerrissen ist zwischen Orient und Okzident, zwischen Moderne und
Tradition.
Thomas Winkler(Iki genç kiz) Türkei 2005, Buch und Regie: Kutlug Ataman nach dem Roman von Perihan Magden, mit Vildan Atasever, Feride Çetin, Hülya Avsar, Tugçe Tamer, Sezgi Mengi, Ugur Baltepe, Cengiz Sezici, Gönen Bozbey, Hikmet Körmükçü, Murat Prosçiler, Ufuk Akkuzu, Kinostart: 28. September 2006 bei mîtosfilm
Foto: Verleih
www.yalandunya.bizWebsite zum Film (türkisch)
www.zwei-maedchen-aus-istanbul.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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