Ab durch die Hecke

Abenteuer der Allesfresser

Kinostart: 6.7.2006 | Ernst Kramer | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Waschbären sind kleine wuselige Allesfresser, die sich offenbar hervorragend an die (US-amerikanische) Zivilisation angepasst haben und als unbestellte Untermieter bei den Menschen geschickt Lebensmittel abgreifen. Nur echten Bären sind sie leider nicht gewachsen. Und so schuldet der Waschbär Richie dem Bären Vincent einen Haufen Lebensmittel, die er ihm mopsen wollte. Gut, dass es die neue Wohnsiedlung in der Nähe gibt: Richie kann hier alles besorgen, braucht dafür aber die Hilfe der Waldtiere, denen er zunächst jedoch nichts von seiner Not erzählt ...

"Ab durch die Hecke" spielt lustvoll mit dem, was bei großen und kleinen Kindern nicht gern gesehen wird: dem Heißhunger auf ungesundes, süßes und fettiges Naschwerk. Denn das kommt auch bei der Tierposse am besten an, und man kann sich hemmungslos mitfreuen, wenn die Öffnung einer Packung Salsa-Chips mit Nacho-Cheese-Geschmack unter den Eichhörnchchen, Stinktieren, Igeln und Opossums eine wahre Sinnlichkeitsexplosion auslöst.

Dieser Aufhänger reicht, um eine satt mit Action gefüllte Buddy-Handlung anzuschieben, in der sich die kleinen und meist pelzigen Bewohner/innen des Waldes mit den gekonnt auf ihre langweilige Existenz reduzierten Menschen messen müssen. Fies und fremdartig erscheinen die Bewohner/innen der Vorortsiedlung: Sie hassen Unordnung und ungebetene Eindringlinge, führen dabei gleichzeitig ein Leben auf höchstem technischen Niveau. Da wird der Vorgarten zu einem Universum an Möglichkeiten und Gefahren, so dass bald herrliche Verfolgungsjagden einsetzen und mit von Gaskartuschen befeuerten Einkaufswagen selbst der Himmel erobert wird.
"Ab durch die Hecke" bietet mit seiner slapstick- und kuscheltierzentrierten Handlung anderthalb kurzweilige Stunden, vor allem für die ganz jungen Zuschauer/innen. Die Rangliste der besten Animationskomödien "Toy Story" (1995), "Shrek" (2001) und "Findet Nemo" (2003) wird er jedoch nicht weiter in Gefahr bringen. Dafür bleibt die Hauptfigur Richie viel zu blass. Sehr erfreulich jedoch, dass neben der recht konventionellen Rahmenhandlung, in der die Familienwerte hochgehalten werden, zumindest der Heißhunger auf Junkfood ohne erbaulichen Gegenkommentar bleibt. Im Gegenteil: Gegen Ende zeigt uns Eichhörnchen Hammy, wie man mit Hilfe von Aufputschdrinks zur Hochform aufläuft und die Grenzen von Raum und Zeit neu definieren kann. Eine gnadenlos gute Sequenz. Lang lebe der Koffein-Flash!
Ernst Kramer

(Over the Hedge) USA 2006, Regie: Tim Johnson, Karey Kirkpatrick, Buch: Len Blum, Lorne Cameron, David Hoselton, Karey Kirkpatrick, Kinostart: 6. Juli 2006 bei UIP

Foto: Verleih


www.overthehedgemovie.com
Website zum Film (englisch)
http://movies.uip.de/abdurchdiehecke

Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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