Bei einem Angriff von Luftpiraten wird die kleine Sheeta aus ihrem Luftschiff geschleudert und landet in den Armen des Bergbaugehilfen Pazu. Die beiden sind sich sofort sympathisch und halten fortan wie Pech und Schwefel zusammen, vor allem als klar wird, dass Sheeta sowohl von den Piraten als auch vom Geheimdienst verfolgt wird. Denn Sheeta trägt einen kleinen magischen Stein bei sich, der sie als letzte Überlebende des magischen Himmelsschlosses Laputa kennzeichnet ...
Was gibt es Schöneres? Da sitzt im fernen Japan ein Genie namens Hayao Miyazaki, der uns im Westen seit "Prinzessin Mononoke" (1997) bekannt ist. Gierig saugen Jung und Alt seitdem seine Filme auf, zuletzt "
Das wandelnde Schloss" (2004). Und dann stellt sich plötzlich heraus, dass Miyazaki bereits vor 1997 einen ganzen Berg von Zeichentrickfilmen produziert hat, die nun nach und nach in Deutschland ins Kino kommen.
"Das Schloss im Himmel" ist von 1986, aber es könnte auch ein aktueller Miyazaki sein. Auch hier erleben wir, wie er mit den Mitteln des Zeichentricks Kinomagie erschafft: Schwebende Städte, insektenflügelbewährte Piratenschiffe und Schwerkraft aufhebende Edelsteine illustrieren Leichtigkeit und Anmut des Fliegens. Ein fiktives Zeitalter, locker angelehnt an die Technikvisionen eines Jules Verne, komplett mit Röhrenradios, Sprechrohrleitungen und Dampfmaschinen, erwacht zum Leben. Und Pazu und Sheeta, zwei aus wenigen Zeichenstrichen bestehende Kinder, versprühen in einer Szene mehr Emotion als Harry Potter in einem ganzen Film.
Dazu kommt die bewährte Methode Miyazakis, die Verhältnisse zwischen den verschiedenen Parteien nicht auf ein schlichtes Gut-Böse-Schema runterzukochen. Bei Miyazaki gibt es nie einen Oberschurken, der für alles Übel verantwortlich ist und einfach beseitigt werden kann. Die Verhältnisse hinter tragischen Verwicklungen aufdecken, mit Ehrfurcht in die Welt hinausblicken und eine Ahnung von der selbstzerstörerischen Kraft der Menschheit bekommen: Das alles müssen seine Protagonisten/innen lernen. Damit traut er seinem kindlichen und erwachsenen Publikum wie immer viel zu, und wie immer wird sich dabei herausstellen: Sie werden ihn dafür lieben.
Ernst Kramer
(Tenkû no shiro Rapyuta/Laputa: Castle In The Sky) Animationsfilm, Japan 1986, Buch und Regie: Hayao Miyazaki, Kinostart: 8. Juni 2006 bei Universum
Foto: Verleih
www.universumfilm.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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