X-Men: Der letzte Widerstand

Das Recht, anders zu sein

Kinostart: 25.5.2006 | Martin Maaß | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Zum (vorläufigen) Abschluss der Trilogie kämpfen mal wieder die X-Men, die Mutanten-Eingreiftruppe des Professors Xavier, gegen ihre verbitterten Kollegen unter der Führung von Xaviers Ex-Verbündeten Magneto. Dieses Mal handelt es sich bei dem Konfliktstoff um ein Medikament zur "Heilung" genetischer Mutation, das Mutanten zu gesellschaftlich akzeptierten Normalos machen soll, allerdings unter Verlust ihrer Kräfte.

Das X-Men-Thema bleibt also Rassismus, sprich, wie eine Gesellschaft mit "Andersartigen" umgeht. Und wie es sich gehört, sind im Film die Guten diejenigen, die für Toleranz plädieren. Magneto dagegen nimmt auf das Leben anderer – ganz gleich ob von Normalen oder Mutanten – keine Rücksicht, wenn es darum geht, sein Ziel zu erreichen.
Auch dieser dritte "X-Men"-Film setzt auf den bewährten Mix aus Action, hübschen Gesichtern, skurrilen Mutantenfähigkeiten und Wortwitz. Aber leider drängt sich der Eindruck auf, dass dieser Mix nur noch von Marketingleuten definiert wird. So bekommt das Publikum die hübschesten Gesichter am häufigsten zu sehen, allen voran Wolverine (Hugh Jackman) und Storm (Halle Berry) als neues Führungsduo der X-Men – mittlerweile völlig erstarrt in ihren Rollen. Die schöne Phoenix (Famke Janssen), in "X-Men 2" viel betrauert verstorben, taucht wieder auf. Und man spürt, Leben und Tod, Verlust und Opfer stehen bloß im Dienst der Fortsetzung und sind entsetzlich beliebig. Alles ist nur noch größer, gefährlicher, spektakulärer als in den beiden ersten Teilen. Und so büßt jegliche Aktion ihre ernsthafte Konsequenz ein.

Irgendwie ist den Filmemachern das Maß verloren gegangen. "X-Men 3" überwindet die schlimmste Bedrohung, spielt mit dem höchsten Einsatz, fordert die meisten Opfer – auf der Strecke bleiben Selbstironie und Menschlichkeit, die eigentliche Stärke dieses Comics und seiner bisherigen Verfilmungen. Schade!
Martin Maaß

(X-Men: The Last Stand) USA 2006, Regie: Brett Ratner, Buch: Simon Kinberg, Zak Penn, mit Hugh Jackman, Famke Janssen, Patrick Stewart, Ian McKellen, Halle Berry, Kelsey Grammer, Anna Paquin, Rebecca Romijn, Ellen Page, Kinostart: 25. Mai 2006 bei 20th Century Fox

Foto: Verleih


www.x-menthelaststand.com
Website zum Film (englisch, deutsch, französisch, spanisch etc.)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
Mehr Artikel zum Film




Kommentare

(Anmerkung der Redaktion: Kommentare werden manuell während der Redaktionszeit freigeschaltet.)

Dein Kommentar

Kommentar schreiben

(Anmerkung der Redaktion: Kommentare werden manuell während der Redaktionszeit freigeschaltet.)