Mord und Margaritas

Der Anti-Bond

Kinostart: 20.4.2006 | Andreas Busche | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Als James-Bond-Darsteller hat Pierce Brosnan im vergangenen Jahr eine deutliche Abfuhr erhalten (mit seinem Erbe muss sich nun ein farbloser Daniel Craig herumschlagen). In Richard Shepards "Mord und Margaritas" kehrt er zurück, um sein gelacktes Bond-Image endgültig zu demontieren. Brosnan spielt den abgehalfterten Auftragskiller Julian Noble, der des Tötens müde geworden ist. Darum geht der letzte Auftrag auch richtig in die Hose. Auf der Flucht vor seinen Auftraggebern, denen der Versager ein Dorn im Auge ist, landet er im Haus des biederen Geschäftsmanns Danny Wright (Greg Kinnear), einer flüchtigen Barbekanntschaft, und dessen Frau Bean (Hope Davis). Julian und Danny haben so gut wie nichts gemein, und genau deswegen könnten sie das perfekte Killer-Duo sein.
"Mord und Margeritas" lebt von der unmöglichen Kombination Brosnan/Kinnear – und einer wie immer umwerfenden Hope Davis, die dem Screwball-haften Drive einige subtilere Zwischentöne entlockt. Brosnan, mit Goldkettchen-Brustpelz, schmierigem Grinsen und einer Vorliebe für Schulmädchen, spielt seinen großkotzigen Spät-Macho am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ob er sich heimlich seine Nägel lackiert oder in Unterhose und Stiefeln durch die Lobby eines Luxushotels stolziert – jede Geste trägt die Demontage seines Womanizertums bereits in sich. Er ist ein hoffnungsloser Fall, mit schlechten Manieren und dreckigem Mundwerk. Danny muss einem fast Leid tun. In die Suburbia von Denver, Colorado, wo er sich mit seiner Jugendliebe ein nettes kleines Leben eingerichtet hat, platzt Julian, wenn er schließlich volltrunken an die Tür hämmert, wie ein zerlumpter Paradiesvogel – und wie Dannys Nemesis. Denn etwas verbindet die beiden Männer. Julian ist zurückgekommen, einen alten Gefallen einzulösen.

"Mord und Margeritas" ist schneller, furioser Crowdpleaser im Stile von "Get Shorty" (1995) und "Keine halben Sachen" (2000), den man allein wegen Brosnan gesehen haben muss. Der Film selbst mag bald vergessen sein. Brosnan aber wird einem so schnell nicht aus dem Kopf gehen. Und das ist keine Drohung.
Andreas Busche

(The Matador) USA, Deutschland, Irland 2005, Buch und Regie: Richard Shepard, mit Pierce Brosnan, Greg Kinnear, Hope Davis, Arlin Miller, Azucena Medina, Hope Davis, Adam Scott, Kinostart: 20. April 2006 bei Buena Vista

Foto: Verleih


www.miramax.com/matador
Website zum Film (englisch)
www.movie.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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