Bis heute weiß niemand so recht, wie und wann die äthiopischen Falashas zu Juden wurden. Israel jedenfalls beschloss im Jahr 1984, in einer "Operation Moses" 8.000 Angehörige der verfolgten Minderheit ins gelobte Land auszufliegen. Der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu erzählt nun die Geschichte eines kleinen Jungen aus einem sudanesischen Flüchtlingslager, der sich diesem Exodus anschließt. "Geh, lebe und werde!", befiehlt ihm die Mutter beim Abschied. Er wird sie nie mehr wieder sehen. Doch Israel ist die letzte Chance auf ein gutes Leben ohne Hunger.
Das Problem: Schlomo ist kein Jude, sondern Christ. Er heißt auch nicht Schlomo. Um dem Elend zu entkommen, muss er seine Herkunft verleugnen. Das erinnert gewaltig an Mihaileanus Komödie "Zug des Lebens" (1998), in dem ein ostjüdisches Dorf in die Rollen von Nazis schlüpft, um sich selbst nach Palästina zu deportieren. Der Regisseur liebt das Thema Identitäten und stiftet dabei gerne Verwirrung. Schlomo muss nicht nur lernen, dass man in Israel nicht auf dem Boden schläft oder barfuss zur Schule geht. Seine linksliberalen Pflegeeltern und die Leute in der Thoraschule haben ganz verschiedene Vorstellungen davon, was es heißt, Jude zu sein. Es gibt Israelis, die sich liebevoll um ihn kümmern, wenn auch aus den unterschiedlichsten Gründen. Andere halten die schwarzen Juden für keine "richtigen Juden" und grenzen sie aus. Schlomo beschließt, lieber kein Jude sein zu wollen. Lügen muss er trotzdem.
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