Der draufgängerische Regisseur Carl Denham möchte einen Film auf einer abgelegenen tropischen Insel drehen. Ein Gerücht besagt, dass auf diesem Eiland eine monströse Kreatur von den Einheimischen wie ein Gott verehrt wird. Mit seiner von der Straße weg engagierten Hauptdarstellerin Ann Darow und der Filmcrew macht sich Denham auf den Weg. Bevor ihr Schiff überhaupt auf Skull Island anlegen kann, wird es schon gruselig: Das einzige Dorf ist mit einem weithin sichtbaren Zaun vom Rest der Insel abgegrenzt, die höchste Erhebung hat die Form eines menschlichen Schädels, und die Dorfbewohner/innen begehen ein seltsames, düsteres Ritual. Gleich in der ersten Nacht entführen die Einheimischen die schöne, blonde Ann, um sie dem Herrscher über die Insel, King Kong, als Opfergabe darzubringen. Die Befreiungsaktion im schwülen, sumpfigen Dschungel wird für Denham und seine Leute abenteuerlicher, als sie sich den Aufenthalt auf Skull Island wohl je ausgemalt haben.
Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack schufen 1933 den Prototyp aller Monsterfilme, der unter anderem sichtlich auch Inspirationsquelle für die "Jurassic Park"-Filme von Steven Spielberg war: Der Riesen-Gorilla kämpft gegen einen Tyrannosaurus Rex, einen Doppelgänger von Nessie aus Loch Ness, gegen eine Riesenschlange und einen Flugsaurier – alle sind sie gigantisch groß und supergefährlich. Inmitten dieser Ungetümer schreit sich die erste Scream-Queen der Filmgeschichte, Fay Wray, ob dieser massiven Bedrohung die Seele aus dem Leib.
Mit seinem aufwändigen Dekor und der für die damalige Zeit spektakulären Tricktechnik macht sich der Film auch heutzutage keinesfalls lächerlich. Spätestens nach dem legendären Finale auf dem Dach des New Yorker Empire State Buildings outet sich die Geschichte auch als große Romanze, denn der leidenschaftlich liebende King Kong verteidigt und beschützt die verehrte "weiße Frau" bis zu seinem letzten Blutstropfen. Der alte Horror-Schinken macht Lust auf mehr - glücklicherweise lässt das Remake von Monumental-Filmemacher Peter Jackson nicht mehr lange auf sich warten.
Stefanie Zobl
(King Kong) USA 1933, Regie: Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack, Buch: Merian C. Cooper, Edgar Wallace, mit Fay Wray, Robert Armstrong, Bruce Cabot, Frank Reicher, Sam Hardy, Noble Johnson, Steve Clemento, James Flavin, schwarzweiß, DF oder OmU, Kinostart: 1. Dezember 2005 bei MFA
Foto: Verleih
www.deutsches-filminstitut.de
"King Kong" als Fallstudie der deutschen Zensurgeschichte (englisch)
www.mfa-film.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.com
Infos zum Film in der Internet Movie Database
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