Falling into Paradise

À la Kusturica

Kinostart: 10.11.2005 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Für eine schwarze Komödie à la Emir Kusturica ist eigentlich alles da: der Krieg, die Bomben, eine zerstrittene Bande liebenswerter Verrückter und natürlich jede Menge Zigeunermusik. Mitten in der NATO-Bombardierung Belgrads im März 1999 wünscht sich die naive Dusha nichts sehnlicher als einen US-Piloten in ihren Armen. Ganz Serbien hasst Amerika, nur für sie ist es das Land von Frieden, Freiheit, Marlboro. Ihr durchgeknallter Bruder Ljubisa tut ihr den Gefallen und holt einen der AWACS-Flieger vom Himmel – mit einer kleinen "Privat"-Rakete, gab's auf dem Schwarzmarkt für zwei Mercedes. So wird ein blonder US-Boy per Schleudersitz zu Ljubisas Geisel und Dushas Geliebtem. Beides, versteht sich, wider Willen.
Was die Geschwister mit dem armen Ami anstellen, ist zum Teil lustig anzuschauen. Aber das Spiel mit den Stereotypen beherrscht Kusturica noch immer um Längen besser als Regisseur Milos Radovic. Seine stilistischen Mittel sind eher bescheiden. Vor allem aber ist "Falling into paradise" eine Satire, die niemandem wehtun will. Sechs Jahre nach Ende des Balkankriegs gibt es keine Täter und keine Opfer mehr. Aus Feinden werden Freunde. Krieg ist nicht schrecklich, sondern "absurd". Darüber könnte man sich sogar ärgern, wäre der Film nicht so eindeutig auf den westeuropäischen Folkloremarkt zugeschnitten und damit uninteressant.
Philipp Bühler

(Pad U Raj) Deutschland, Serbien, Niederlande, Frankreich 2004, Buch und Regie: Milos Radovic, mit Lazar Ristovski, Branka Kadic, Simon Lyndon, Olivera Markovic, Nikola Pejakovic, OmU, Kinostart: 10. November 2005 bei Arsenal

Foto: Verleih


www.arsenalfilm.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
http://german.imdb.com
Infos zum Film in der Internet Movie Database




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