Wächter der Nacht – Nochnoi Dozor

Matrix made in Russia

Kinostart: 29.9.2005 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken
In seiner Heimat hat dieser erste Teil einer epischen Trilogie den erfolgreichsten Filmstart aller Zeiten hingelegt. Den hat es wohl gebraucht, um den russischen Blockbuster auch in westliche Länder zu exportieren. Die Handlung mutet in ihrer verschwiemelten Mystik reichlich bekannt an. Seit grauer Vorzeit verharren die Kräfte von Gut und Böse in einem fragilen Waffenstillstand. Die "Wächter der Nacht" beschützen die ahnungslosen Menschen vor den dunklen anderen, die am Tag das Sagen haben. Die einen haben übermenschliche Fähigkeiten, können sich zum Beispiel von Menschen in Tiere verwandeln, die anderen sind Vampire und Hexen. Ein Kind soll kommen, um den ewigen Kampf endgültig zu entscheiden. Damit das auch gut ausgeht, wird der Auserwählte Anton gezwungen, den Knaben aufzuspüren. Allerdings verfängt er sich dabei im Netz seiner eigenen, düsteren Vergangenheit.
Die Form der Trilogie, das Motiv des Auserwählten und die sorglose Kopie bombastischer Spezialeffekte erinnert vor allem an "Matrix" (1999) und "Der Herr der Ringe" (2001-2003), die düsteren visuellen Styles an "Delicatessen" (1991) und kreischende Vampire an "Blade" (1998). Eine eigene Note bekommen die blutigen Gemetzel zwischen Gut und Böse – Wirbelsäulen werden als Schwerter benutzt, um Schädel zu spalten – nur durch das ungewohnte Ambiente Moskauer U-Bahn-Schächte und Wohnblocks. Freunde gemäßigten Horrors kann der Film, den Timur Bekmambetow nach den Romanen von Sergei Lukjanenko inszeniert hat, zwar gut unterhalten. An die wirre Handlung hat man sich irgendwann gewöhnt. Aber wenn Anton mitten in der Nacht die Sonnenbrille aufzieht – "Matrix" lässt grüßen –, wird es doch leicht lächerlich. Ein paar neue Einfälle hätte man sich von einem russischen Film schon gewünscht.

Die über Moskau kreisenden Krähen drohen zudem neues Unheil an. Der zweite Teil wird logischerweise "Day Watch" heißen, im dritten sollen internationale Schauspieler zum Einsatz kommen.
Philipp Bühler

(Nochnoj dozor/Night Watch) Russalnd 2004, Regie: Timur Bekmambetow, Buch: Timur Bekmambetow, Laeta Kalogridis nach der Roman-Trilogie von Sergei Lukjanenko, mit Konstantin Khabensky, Vladimir Menshov, Valeri Zolotukhin, Mariya Poroshina, Galina Tyunina, Yuri Kutsenko, Aleksei Chadov, Zhanna Friske, ab 16, Kinostart: 29. September 2005 bei 20th Century Fox

Foto: Verleih


www.dozorfilm.ru
Website zum Film (russisch)
www.waechterdernacht-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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