"Inside Deep Throat" ist eine Doku über eine ur-chauvinistischste Männerfantasie und ein Film über die Mutter aller Pornofilme: "Deep Throat" (1972), so der Titel des Streifens, erzählt die Story einer sexuell frustrierten Frau, die sich zur Selbstfindung in die große weite Welt des Sex' aufmacht, um ihre Erfüllung schließlich in der Entdeckung ihres "tiefen Rachens" zu finden. Es ist ein Film über Oralverkehr, aber auch eine zeitgenössische Betrachtung über die sexuelle Befreiung – oder zumindest dem, was die Nixon-Ära dafür hielt. Und dass die Geschichte von "Deep Throat" irgendwie auch die Geschichte der Hauptdarstellerin und späteren Porno-Gegnerin Linda Lovelace ist, die 2002 bei einem Autounfall verstarb, trägt sicherlich auch zur Mythenbildung bei.
Nach "Behind the Green Door" (1972) war "Deep Throat" der zweite Porno-Film, der auf dem Höhepunkt der sexuellen Revolution in die US-amerikanischen Kinos kam. Seinerzeit ohne Altersfreigabe (was automatisch einer Freigabe ab 18 Jahren gleich kommt), lief der Film dennoch nicht nur schmuddeligen Bahnhofkinos, sondern auch in Mainstream-Palästen, obwohl es natürlich auch damals jede Menge Versuche gab, den Film verbieten zu lassen. Letztendlich, so eine These von Fenton Bailey und Randy Barbato, den Machern von "Inside Deep Throat", ging der Produzent Louis "Butchie" Peraino nicht zuletzt dadurch pleite, dass er immer neue Gerichtsverfahren durchkämpfen musste. Dennoch ist es, als hätten in den frühen 1970ern die prüden USA für eine kurze Zeit eine Auszeit genommen.