Inside Deep Throat

Als Porno chic war ...

Kinostart: 11.8.2005 | Annette Kilzer
Mutter aller Pornofilme: Fenton Bailey und Randy Barbato haben die Geschichte von "Deep Throat" verfilmt und feiern den Sexstreifen als Manifest künstlerischer Freiheit.
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"Inside Deep Throat" ist eine Doku über eine ur-chauvinistischste Männerfantasie und ein Film über die Mutter aller Pornofilme: "Deep Throat" (1972), so der Titel des Streifens, erzählt die Story einer sexuell frustrierten Frau, die sich zur Selbstfindung in die große weite Welt des Sex' aufmacht, um ihre Erfüllung schließlich in der Entdeckung ihres "tiefen Rachens" zu finden. Es ist ein Film über Oralverkehr, aber auch eine zeitgenössische Betrachtung über die sexuelle Befreiung – oder zumindest dem, was die Nixon-Ära dafür hielt. Und dass die Geschichte von "Deep Throat" irgendwie auch die Geschichte der Hauptdarstellerin und späteren Porno-Gegnerin Linda Lovelace ist, die 2002 bei einem Autounfall verstarb, trägt sicherlich auch zur Mythenbildung bei.

Nach "Behind the Green Door" (1972) war "Deep Throat" der zweite Porno-Film, der auf dem Höhepunkt der sexuellen Revolution in die US-amerikanischen Kinos kam. Seinerzeit ohne Altersfreigabe (was automatisch einer Freigabe ab 18 Jahren gleich kommt), lief der Film dennoch nicht nur schmuddeligen Bahnhofkinos, sondern auch in Mainstream-Palästen, obwohl es natürlich auch damals jede Menge Versuche gab, den Film verbieten zu lassen. Letztendlich, so eine These von Fenton Bailey und Randy Barbato, den Machern von "Inside Deep Throat", ging der Produzent Louis "Butchie" Peraino nicht zuletzt dadurch pleite, dass er immer neue Gerichtsverfahren durchkämpfen musste. Dennoch ist es, als hätten in den frühen 1970ern die prüden USA für eine kurze Zeit eine Auszeit genommen.

Die ebenso peppige wie Pril-Blumen-poppige Doku wirft einen Blick hinter die historischen Kulissen des finanziell vielleicht erfolgreichsten Films aller Zeiten: Schließlich standen gut 25.000 Dollar Budget einem Einspielergebnis von 600 Millionen Dollar gegenüber. Der Gewinn versickerte jedoch komplett in dunklen Mafia-Kanälen. Es ist aber auch ein Film über Zeitgeschehen und den Kampf um künstlerische Freiheit – ein Kampf, den die USA, so die Meinung der beiden Regisseure, erneut zu verlieren drohen.
Annette Kilzer

Inside Deep Throat, Dokumentarfilm, USA 2005, Buch und Regie: Fenton Bailey, Randy Barbato, mit Gerard Damiano, Harry Reems, Carl Bernstein, Barbara Boreman, Wes Craven, Larry Flynt, Hugh Hefner, Linda Lovelace, Erica Jong, Norman Mailer, Gore Vidal, ab 16, Kinostart: 11. August 2005 bei Constantin

Foto: Verleih

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www.insidedeepthroatmovie.com
Website zum Film (englisch)
www.insidedeepthroat-special.film.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
Mehr Artikel zum Film
http://de.wikipedia.org/wiki/Linda_Lovelace
Informationen zu Linda Lovelace auf Wikipedia