Veer und Zaara

Die Legende einer Liebe

Kinostart: 2.6.2005 | Thomas Winkler | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Wenn die Liebe ausbricht, dann verlieren Grenzen ihre trennende Funktion, nationale Konflikte ihre Bedeutung und Jahrzehnte im Gefängnis ihren Schrecken. So ist es zumindest im Kino, vor allem im indischen, wo überlebensgroße Gefühle noch ungebrochen das Handeln simpel strukturierter Charaktere bestimmen dürfen. Als sich der indische Rettungsflieger Veer, gespielt vom Megastar Shah Ruhk Khan, in die Pakistanerin Zaara verguckt, stehen nicht nur die üblichen Klassenschranken dieser Liebe entgegen, sondern auch die politischen Verhältnisse. Erst Jahrzehnte später, nach mannigfaltigen Prüfungen, finden die Liebenden zueinander.
Mit "Veer und Zaara" hat der mittlerweile 72-jährige Regie-Altmeister Yash Chopra 2004 in Indien noch einmal einen Blockbuster gelandet, der seinen Erfolg den üblichen Elementen des Bollywood-Kinos verdankt: mehr als drei Stunden Laufzeit, ekstatische Tanzszenen, quietschbunte Ausstattung, wundervolle Songs, eine Besetzung mit gottgleichen Superstars bis in die Nebenrollen hinein und eine Liebe, die alle Hindernisse überwindet und schließlich sogar die verfeindeten Brüder Indien und Pakistan sich einander annähern lässt. Bei der diesjährigen Berlinale, wo "Veer und Zaara" im Forum lief, hat Chopra den Film als sein Vermächtnis bezeichnet, als Projekt, das ihm am Herzen lag, weil er damit auch den Friedensprozess in der Region befördern wollte. Gelungen ist ihm aber vor allem ein überwältigendes Kinoereignis, das – im Gegensatz zu den bisherigen Gesetzen des Bollywood-Kinos – auf den für uns Mitteleuropäer arg klamaukigen Humor verzichtet.

Einziger Wermutstropfen: Selbst für Bollywood-Verhältnisse drückt "Veer und Zaara" so vehement auf die Tränendrüse, dass die eingeschränkten schauspielerischen Fähigkeiten von Shah Ruhk Khan überdeutlich werden. Um Trauer darzustellen, fällt dem Superstar des indischen Kinos nicht viel ein außer bedeutungsschwerem Kopfwackeln.
Thomas Winkler

(Veer-Zaara) Indien 2004, Regie: Yash Chopra, Buch: Aditya Chopra, mit Shah Rukh Khan, Preity Zinta, Rani Mukerji, Amitabh Bachchan, Kirron Kher, Divya Dutta, Boman Irani, Anupam Kher, OmU, Kinostart: 2. Juni 2005 bei RapidEyeMovies

Foto: Verleih


www1.yashrajfilms.com
Website zum Film (englisch)
www.rapideyemovies.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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