Miese Zeiten in der Galaxis. Politische Intrigen erschüttern die Republik, während Riesenheere von Robotern und Klonkriegern aufeinander prallen. Selbst in den Reihen der Jedi-Ritter, den Hütern der alten Ordnung, findet sich ein gefährlicher Quertreiber: Anakin Skywalker. Wird Anakin den Verlockungen der bösen Seite der Macht widerstehen?
Die Chancen stehen nicht gut, das weiß auch vor dem Filmstart schon jedes Kind. Irgendjemand muss ja am Ende zu Darth Vader mutieren und das ist bestimmt nicht der Roboter R2-D2. Wie sein dunkler Held Anakin hat auch Regisseur George Lucas mit faustischer Wucht den falschen Weg gewählt: Seine Vorliebe für die neueste Tricktechnik verhalf ihm in den 1970ern dazu, ein charmantes Märchen in faszinierender Verpackung zu liefern. Aus dieser Vorliebe wurde jedoch mit den Jahren eine Art unbeirrbare Fixierung, ein Fluch. Denn offenbar vergaß er darüber, dass der Zuschauer nicht nur von bombastischen Schauwerten, sondern von lebendigen Elementen wie guter Story, sympathischen Charakteren und flotter Erzählweise unterhalten werden will.
Selbst die 1999 im ersten "neuen" Star-Wars-Film noch beeindruckenden computer-generierten Landschaften und Raumschiffe haben einen Großteil ihres Unterhaltungswerts verloren. Solche Tricks sind mittlerweile in jedem zweiten Hollywood-Film oder Computerspiel zu sehen. Trotzdem gibt es mehr gelungene Elemente als vorher. Dem stocksteifen Ewan McGregor wurden diesmal ein paar auflockernde Sprüche mit auf den Weg gegeben, und gegen Ende brüllt er als Obi-Wan Kenobi gerne mal enttäuscht seinen ehemaligen Lehrling Anakin an. Hier hat sich George Lucas - offenbar mit äußerster Anstrengung - mal zu ein wenig Gefühl durchgerungen.
Ironischerweise macht die beste Figur in diesem schwerfälligen Ballett blutleerer Kostümständer, deren einzige Aufgabe es ist, endlose Standard-Dialoge in Appartements, Stützpunkten und Regierungsgebäuden zu führen, um die nächste Actionsequenz einzuleiten, der komplett digital erstellte Jedimeister Yoda. Der macht sich sogar besser als bei seinem ersten Auftritt im Meisterwerk "Das Imperium schlägt zurück" (1981). Frech und wunderbar eigenwillig stiehlt er allen anderen mühelos die Show. Bedauerlicherweise widmet der Film dem vollkommen charismafreien Hayden Christensen und seinem Versuch, Anakin Skywalker darzustellen, sehr viel mehr Zeit.
Ernst Kramer
(Star Wars: Episode III - Revenge of the Sith) USA 2005, Buch und Regie: George Lucas, mit Ewan McGregor, Hayden Christensen, Natalie Portman, Samuel L. Jackson, Ian McDiarmid, Christopher Lee, Kinostart: 19. Mai 2005 bei 20th Century Fox
Foto: Verleih
www.starwars.com/episode-iii
Website zum Film (englisch)
www.fox.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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