Nana, benannt nach Emile Zolas "Nana", heißt mit Nachnamen keineswegs "S." sondern "Kleinfrankenheim". Sie wird gespielt von der dänischen Schauspielerin Anna Karina in einer ihrer ersten Rollen. Zu dieser Zeit war sie mit dem Regisseur Jean-Luc Godard verheiratet. Durch "Vivre sa vie" (so der französische Originaltitel), der bei den Filmfestspielen in Venedig 1962 den Spezialpreis der Jury gewann, wurde sie zu einer Ikone der "Nouvelle Vague" und des europäischen Kinos.
Der durch Zwischentitel in zwölf Kapitel gegliederte Film "Außer Atem" ist Godards erster Versuch, die übliche Film-Erzählung durch einen Film-Essay zu ersetzen. Die häufige Diskrepanz zwischen Bild und Ton sowie das scheinbar willkürliche Nebeneinander gegensätzlicher Stilmittel (starre und bewegliche Kamera, Montage- und Plansequenzen, Abblende und Schnitt) hält den Zuschauer auf Distanz und zwingt ihn, mitzudenken statt mitzufühlen.
Indem Godard sozusagen Bertolt Brechts Methode des epischen Theaters - den "Verfremdungseffekt" - auf den Film anwendet, vollzieht er den damals (vor fast 40 Jahren!) radikalsten Bruch mit dem klassischen Erzählkino.
Ingrid Arnold
(Vivre sa vie: Film en douze tableaux) Frankreich 1962, Regie: Jean-Luc Godard, Buch: Jean-Luc Godard nach dem Buch "Où en est la prostitution" von Marcel Sacotte, mit Anna Karina, Sady Rebbot, schwarz-weiß, OmU, ab 18, Kinostart: 20. September 2001 bei Neue Visionen
Foto: Neue Visionen
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